„Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss; und indem er ⟨sie⟩ durch seinen Engel sandte, hat er ⟨sie⟩ seinem Knecht Johannes kundgetan … Ich, Johannes, euer Bruder und Mitteilhaber an der Bedrängnis und am Königtum und am Ausharren in Jesus, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen. Ich war an des Herrn Tag im Geist, und ich hörte hinter mir eine laute Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende es DEN SIEBEN GEMEINDEN: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea! Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete, und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, und inmitten der Leuchter ⟨einen⟩, gleich einem Menschensohn, bekleidet mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewand, und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel, sein Haupt aber und die Haare ⟨waren⟩ weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme, und seine Füße gleich glänzendem Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser, und er hatte in seiner rechten Hand SIEBEN STERNE, und aus seinem Mund ging ein zweischneidiges, scharfes Schwert hervor, und sein Angesicht ⟨war⟩, wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades. Schreibe nun, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen wird! ⟨Was⟩ das Geheimnis DER SIEBEN STERNE, die du auf meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Leuchter ⟨betrifft⟩: DIE SIEBEN STERNE SIND ENGEL DER SIEBEN GEMEINDEN, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden.“
Schon in der Schöpfungsgeschichte ist die Rede davon, dass Gott der Sonne, dem Mond und den Sternen die Aufgabe zuwies, Licht auf die Erde zu bringen: „Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie werden dienen als Zeichen und ⟨zur Bestimmung von⟩ Zeiten und Tagen und Jahren; und sie werden als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so. Und Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht und die Sterne. Und Gott setzte sie an die Wölbung des Himmels, über die Erde zu leuchten und zu herrschen über den Tag und über die Nacht und zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, dass es gut war“
(1. Mose 1:14-18).
Der buchstäbliche Himmel und die buchstäbliche Erde werden in der Bibel als natürliche Bilder verwendet, um den symbolischen Himmel und die symbolische Erde darzustellen. So wie die natürlichen Sterne Licht spenden, damit wir uns in der nächtlichen Finsternis zurechtfinden, so sollen die Religionslehrer das Licht der Wahrheit auf den Weg der Sünder werfen, damit sie ihren Weg in der Nacht der Sünde finden. So wie alle Sterne im wörtlichen Sinne den realen Himmel bilden, so bilden alle religiösen Systeme und ihre Lehrer in jeder der drei biblischen Welten den Himmel der jeweiligen Welt - die jeweilige Ordnung der Dinge (2. Petrus 3:6-13).
Dass die Bibel von einer Gruppe von Lehrern oder einem Lehrsystem im Sinne von symbolischen Sternen spricht, geht aus vielen Schriftstellen hervor: „Und die Verständigen [wörtlich: klug sein, weise verstehen] werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste
[die Sonne]; und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit gewiesen haben
[bekehren], ⟨leuchten⟩ wie die Sterne
immer und ewig“
(Dan. 12:3). Jesus Christus und Seine Getreuen, die der Welt im Millennium das Licht der Wahrheit bringen sollen, tragen die symbolischen Namen Sonne der Gerechtigkeit und Sonne: „Aber euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit
aufgehen, und Heilung ist unter ihren Flügeln. Und ihr werdet hinausgehen und umherspringen wie Mastkälber“
(Mal. 3:20); „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne
in dem Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat, der höre!“ (Mt. 13:43).
Unter dem Aspekt des Verkünders der Wahrheit am Anbruch des Millenniums wird Jesus als Morgenstern beziehungsweise glänzender Morgenstern bezeichnet: „Und so besitzen wir das prophetische Wort ⟨umso⟩ fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern
in euren Herzen aufgeht“ (2. Petrus 1:19); „Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern“ (Offb. 22:16).
Aber auch die falschen religiösen Lehrer werden in der Schrift als Sterne bezeichnet, allerdings als Irrsterne: „Wilde Meereswogen, die ihre eigenen Schändlichkeiten ausschäumen; Irrsterne, denen das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit aufbewahrt ist“ (Judas 13).
Die zitierten Textstellen dürften hinreichend belegen, dass religiöse Lehrer in der Bibel unter anderem als symbolische Sterne dargestellt werden.
Es erscheint daher plausibel anzunehmen, dass der erste „Stern“ in Offenbarung 1:16, 20, d.h. der „Engel
[Bote] der Gemeinde in Ephesus“ (Offb. 2:1), eine zusammengesetzte Gestalt war, die aus den zwölf Aposteln bestand. Daraus ist zu schließen, dass auch die übrigen sechs „Sterne“ in ähnlicher Weise aus einer Vielzahl von „Lichtträgern“ zusammengesetzt waren. Diese Folgerung stütz sich insbesondere auch auf Offb. 12:1: „Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: Eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond ⟨war⟩ unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen.“ Die wahre Kirche, die Auserwählten, wird hier durch eine mit zwölf Sternen gekrönte Frau symbolisiert. Diese Sterne stellen offensichtlich die zwölf Apostel als die zwölf Lichter der Kirche dar. So scheinen auch die sieben Sterne, die der Herr in seiner Rechten hält, in dem Bild, das wir in Offb. 1:16, 20 betrachten, besondere Lichtträger in jeder der sieben Perioden der Kirche des gesamten Evangeliums-Zeitalters darzustellen. Jeder der sieben Sterne, jeder der Engel der sieben Gemeinden besteht also aus besonderen Lichtträgern, aus einer Vielzahl von Gliedern.
Diese Annahme spiegelt sich auch in den geschichtlichen Tatsachen wider, denn in jeder der sieben Perioden der Kirche bediente sich der Herr einer Reihe von besonderen Lichtträgern, die entsprechend den „Stern“, den „Engel“ oder den „Hirten“ aus Micha 5:4 der jeweiligen Kirchenperiode bildeten.
Micha 5:4, 5
[ELB]
„Und dieser wird Friede sein - wenn Assur in unser Land kommt und wenn es in unsere Paläste tritt, dann werden wir sieben Hirten
dagegen aufstellen und acht Menschenfürsten; und sie werden das Land Assur mit dem Schwert weiden und das Land Nimrods in seinen Toren - und er wird ⟨uns⟩ von Assur retten, wenn es in unser Land kommt und wenn es in unser Gebiet tritt.“
Dies zeigt sich sehr deutlich im Fall der Kirche in der Ephesus-Periode, denn ihr Stern waren, wie bereits erwähnt, die zwölf Apostel als besondere Lichtträger des Herrn, und sie alle hatten und übten die Macht aus, zu binden und zu lösen: „Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr etwas auf der Erde bindet, wird es im Himmel gebunden sein, und wenn ihr etwas auf der Erde löst, wird es im Himmel gelöst sein“ (Mt. 18:18; vgl. Apg. 5:1-11; 15:7-29).
Dies wird auch an den Sternen der Kirchen in den anderen sechs Perioden deutlich, z. B. am Stern von Philadelphia. In dieser Periode bediente sich der Herr des „Menschenfürsten“ (Micha 5:4) Johannes Wessel, der die fünf wichtigsten doktrinären Wahrheiten der Reformationszeit festlegte. Auch Hieronymus Savanorola legte die zwei wichtigsten ethischen Wahrheiten der Zeit fest. Danach setzte Er zehn weitere Brüder ein: Martin Luther, Ulrich Zwingli, Balthasar Hubmaier, Michael Servetus, Thomas Cranmer, John Wesley, Robert Browne, George Fox, Thomas Campbell und William Miller. Jeder von ihnen vermittelte die zu verwaltende Wahrheit einer Bewegung der Kleinen Herde, die später von den Führern der Kronenverlierer zu einer Sekte pervertiert wurde, was zur Entstehung der zehn protestantischen Konfessionen führte.
Ein weiteres Beispiel ist die Kirche in der Pergamon-Periode (313/325 - 799 n. Chr.). Obwohl Arius ihr Menschenfürst war, der sich gegen den aufkommenden Irrtum der Trinität erhob, war der Arianismus schon lange vor dem Ende der Pergamon-Periode untergegangen. Sobald jedoch in dieser Zeit ein schwerer Irrtum auftrat, erweckte Gott einen anderen Lichtträger als Glied des Sterns von Pergamon, der sich ihm widersetzte. Als z. B. die römisch-katholische Auffassung aufkam, die Kirche bestehe aus einer Hierarchie, der alle zu gehorchen hätten, d. h. die Kirche sei eine sichtbare, nach außen hin organisierte Körperschaft (eine Meinung, die vor allem Augustinus vertrat), erweckte der Herr Tyconius [Tichonius, Ticonius] von Nordafrika als Lichtträger, um dieser Auffassung die Lehre entgegenzusetzen, die Kirche sei eine unsichtbare Gemeinschaft, die ausschließlich aus den in Christus Jesus Geheiligten bestehe, was offensichtlich die Wahrheit ist.
Als der Irrtum aufkam, wer die wahrhaft Geweihten seien, nämlich jene, die im Zölibat lebten, wie Mönche, Nonnen und andere, die alle Arten von Askese, päpstliche „gute Werke“, Marienverehrung und Hagiolatrie (Verehrung der Heiligen und ihrer Reliquien) praktizierten, erweckte der Herr Jovinian [Jovinianus] von Rom als Lichtträger des Sterns von Pergamon, nicht nur um gegen diese Irrtümer zu protestieren, sondern auch, um die Wahrheit zum Ausdruck zu bringen, dass das geweihte Leben darin besteht, sich selbst und der Welt gegenüber tot und Gott gegenüber lebendig zu sein, indem man mit Wachsamkeit und Gebet die Wahrheit studiert, sie verbreitet und praktiziert und nach dem Beispiel Jesu und der Apostel für die Treue zur Wahrheit leidet.
Als sich der Irrglaube von der absoluten Vorherbestimmung des Einzelnen ausbreitete, erweckte der Herr Johannes Cassianus aus Marseille, Frankreich, als Lichtträger des Sterns von Pergamon, um diesen Gedanken zu widerlegen und die Wahrheit zu lehren, dass die Vorherbestimmung sich auf den Plan bezieht und nicht auf die einzelnen Menschen, die als solche im Evangeliums-Zeitalter durch die Heiligung (Zeugung usw.) des Geistes und den Glauben an die Wahrheit erwählt wurden (2. Thess. 2:13).
Als sich die Irrlehren von der Ohrenbeichte, von der ewigen Qual für alle, die Christus in diesem Leben nicht annehmen, und der Irrtum, die Tradition und die Kirchenväter seien Quelle und Regel des Glaubens, ausbreiteten, erweckte Gott Adalbert [Adelbert, Eldebert, Adalbertus], einen fränkischen Missionsbischof in Deutschland. Er wandte sich gegen diese Irrtümer und vertrat die Ansicht, dass es nicht nötig sei, seine Sünden vor jemand anderem als Gott zu bekennen, es sei denn, man habe sie gegen eine Person begangen, der gegenüber man sie bekennen und sich dafür entschuldigen müsse. Er lehrte auch, dass es für diejenigen, die Christus in diesem Leben nicht angenommen haben, eine zukünftige Prüfung geben müsse. Adalbert war auch ein entschiedener Verfechter der Bibel als ausschließlicher Quelle des Glaubens und maßgeblicher Richtschnur für das christliche Leben.
Wir könnten dasselbe von jeder Kirche in jeder anderen Periode sagen, dass ihr Stern eine Reihe von Lichtträgern war, die sich gegen wichtige Irrtümer aussprachen und für die damit verbundene Wahrheit eintraten. Aber die oben angeführten Tatsachen belegen hinreichend die Ansicht, dass jeder Stern aus einer bestimmten Anzahl von Individuen bestand.
Aus Micha 5:4, 5 geht hervor, dass es „sieben
Hirten“ und „acht
Menschenfürsten“ geben sollte. Der Begriff „Assur“ in dieser Bibelstelle bezieht sich auf diejenigen, die das Volk Gottes ausplündern, indem sie die Wahrheit und ihren Geist (unser Land) verwüsten (in unser Gebiet tritt) und ihre wichtigsten Lehren (unsere Paläste) mit Füßen treten. Das taten die Assyrer in jeder der sieben Perioden der Kirche des Evangeliums-Zeitalters. In diesen sieben Perioden stellte das Volk Gottes (wir) gegen diese Plünderer die sieben Engel (sieben zusammengesetzte Sendboten, hier als sieben Hirten bezeichnet) und acht Menschenfürsten auf. Von diesen Menschenfürsten stand je einer den Kirchen der ersten sechs Zeitabschnitte vor, und zwei von ihnen standen der Kirche des siebten Zeitabschnittes vor.
Die Menschenfürsten
waren Paulus für die Kirche in der Ephesus-Periode, Johannes für die Kirche in der Smyrna-Periode, Arius für die Kirche in der Pergamon-Periode, Claudius von Turin für die Kirche in der Thyatira-Periode, Marsilius von Padua für die Kirche in der Sardes-Periode, Johannes Wessel für die Kirche in der Philadelphia-Periode und zwei Menschenfürsten für die Kirche in der Laodizea-Periode: der siebte Charles T. Russell, der Parousia-Sendbote, und der achte Menschenfürst, Paul S. L. Johnson, der Epiphania-Sendbote. Die beiden letztgenannten Fürsten verfassten jeweils sehr wertvolle und umfangreiche Schriften. Durch sie offenbarte unser Herr eine Reihe von Wahrheiten, die zu ihrer jeweiligen Dienstzeit an der Zeit waren.
So trugen die Menschenfürsten die Hauptlast der Angriffe der Assyrer auf die Wahrheit und ihren Geist, und sie verwüsteten (mit dem Schwert weiden, Vers 5) mehr als alle anderen Sternenglieder die Lehren und den Geist (das Land) dieser Plünderer (Assur), besonders diese bekanntesten und bedeutendsten (Tore). Durch diese sieben Hirten und acht Menschenfürsten befreite der Herr Sein Volk von den gegenbildlichen Assyrern (wird uns retten).
Die obige Namensliste ist nicht das Ergebnis einer willkürlichen Zusammenstellung von Personen, ebenso wenig wie die Namen der treuen Christen, die in anderen Beiträgen genannt werden. Die namentliche Nennung beruht auf einer sorgfältigen Prüfung der geschichtlichen Ereignisse, der Lebensumstände der betreffenden Person und der von ihr vertretenen Lehre. Es gab bestimmte Kriterien, die ein Christi Nachfolger erfüllen musste, um in den Kreis der „Sternenglieder“ aufgenommen zu werden. Zumindest sollte er die im Folgenden sieben beispielhaft aufgeführten Voraussetzungen erfüllen (einige weitere werden in den weiteren Artikeln dargestellt):
1) Er sollte sich durch Gottes Vorsehung in einer solchen Situation befinden, um zum Zeitpunkt der jeweiligen Ereignisse entsprechend handeln zu können.
2) Er sollte zu lehrendes Thema oder die Themen für die betreffende Periode oder für die sieben Perioden vorgeben, oder
3) Er sollte einen Beitrag zu dem Thema/den Themen der jeweiligen Periode sowie zu allen sieben Perioden leisten und diese auch näher erläutern.
4) Er sollte in Zeiten besonderer Anfechtung der Wahrheit für den Fortbestand der Gesamtkirche eintreten.
5) Er sollte priesterliche Arbeit (im Unterschied zu levitischer Arbeit) für die Entwicklung der Kirche leisten, und zwar nicht nur in Bezug auf die Wahrheit, sondern auch in Bezug auf den Geist der Wahrheit.
6) Er sollte alle Eigenschaften besitzen, auch unpopuläre Ansichten zu vertreten, notfalls allein zu stehen und dabei treu zu sein, und er sollte ein treuer Priester sein und zu den „70“ der jeweiligen Periode gehören.
7) Er sollte dazu beitragen, historische Aufzeichnungen zu liefern, die mit der Botschaft des Buches der Offenbarung, dem Schlüssel zur Geschichte der christlichen Kirche, übereinstimmen.